Eingruppierung

Die Wissenschaft kennt heute rund 2 Millionen verschiedene Arten und das, obwohl sie gar nicht genau weiss, was eine Art ist. Der Artbegriff ist bislang nicht schlüssig definiert. Vielmehr gibt es eine Reihe unterschiedlicher Artkonzepte, die jedoch jeweils unüberbrückbare Schwierigkeiten bei der praktischen Anwendung mit sich bringen. Kritiker leiten daraus ab, dass es so etwas wie eine Art gar nicht gibt. So schreibt Marc Ereshefsky (1998) in der Zusammenfassung zu seinem Artikel:

Species Pluralism and Anti-Realism:

 

“Species pluralism gives us reason to doubt the existence of the species category. The problem is not that species concepts are chosen according to our interests or that pluralism and the desire for hierarchical classifications are incompatible. The problem is that the various taxa we call 'species' lack a common unifying feature.”
 
BIOTA (lat. für Lebewesen) - Hagen macht sich nicht daran, dieses Problem aufzuarbeiten. Trotz der Zweifel an den Artkonzepten will das Projekt alle in Hagen vorkommenden, unterschiedlichen Lebensformen erfassen und vorstellen. Bei der Feststellung und Zuordnung einer Art wird dabei jeweils auf die aktuell gültige Literatur abgestellt. Zusätzlich werden die Aspekte des Artenschutzes, ausgehend von der IUCN Red List of Threatened Species sowie den untergeordneten Roten Listen auf nationaler, regionaler und lokaler Ebene angeführt.
 
Die Klassifikation des Lebens
Ursprünglich unterschied man in der Biologie nur zwischen dem Reich der Pflanzen und dem Reich der Tiere, was sich auch heute noch in der Wendung Flora & Fauna ausdrückt, wenn man alle Lebewesen meint. Im Verlauf des letzten Jahrhunderts spalteten die Biologen diese Reiche jedoch zunächst weiter auf. Schließlich entwarfen sie als größte übergeordnete Einheit die Domäne und unterschieden hier die Lebewesen (Biota) mit echtem Zellkern (Eukaryota) und die ohne echten Zellkern (Prokaryota). Diese Domänen untergliederten sie in verschiedene Reiche, deren Zusammensetzung im Einzelnen in jüngster Zeit weiteren Umwandlungen unterworfen wird. So werden Pilze und Tiere mittlerweile in einer „Supergruppe“ zusammengestellt. Das verwundert schon deshalb, weil ehedem - am Ausgangspunkt der Klassifikationen - die Pilze zu den Pflanzen gestellt wurden. Die Schwierigkeit, ein endgültig feststehendes Klassifikationssystem zu erhalten, gründet wohl nicht zuletzt darauf, dass noch nicht einmal die unterste Einheit dieses Systems, die Art, genau gefasst werden kann (vgl. oben).
 
BIOTA-Hagen folgt einer kombinierten Klassifikation aus Woese et al. (1990) und Cavalier-Smith (1998). Danach gibt es folgende Zuordnung der Reiche zu den Dömänen:
 
 
 
 
Biota
 
Domänen
Reiche
 
 
Eucaryota
Animalia
Fungi
Plantae
Chromista
Protozoa
Procaryota
Archaebacteria
Eubacteria
 
Die allgemeine systematische Untergliederung der Lebensformen geschieht nach dem Schema:
 
Biota -> Domäne -> Reich -> Abteilung -> Stamm -> Klasse -> Ordnung -> Familie -> Gattung -> Art
 
Je nach betrachteter Lebensform kommt eine Vielzahl von Über-, Unter- und Zwischenstufen hinzu, so dass die Zahl der Möglichkeiten, Gruppen von Lebewesen zusammenfassend darzustellen, verwirrend hoch ist.   
 
Aus Gründen der Anwendbarkeit verwendet BIOTA-Hagen die Ordnung als zusammenfassende Vorstellungseinheit. Innerhalb dieser werden die Lebensformen sowohl alphabetisch als auch – in einem parallelen Ansatz – nach Familie und Gattung einsortiert.

Literaturzitate

 

Aktualisiert am 29/09/2018  Powered by HA-PC-Fit 2010/11